Madame (OmU) – mit Gästen

Ein Film von Sté­pha­ne Riet­hau­ser.

[Credits] [Ter­mi­ne] [Trai­ler]

Madame – das ist Caro­li­ne, die Gross­mutter von Sté­pha­ne Riet­hau­ser. Eine alte Dame, die ab den ers­ten Auf­nah­men ahnen lässt, dass sich hin­ter ihrer koket­ten Fri­sur und den bour­geoi­sen Manie­ren eine sel­te­ne Cha­rak­ter­stär­ke ver­birgt. Im Mit­tel­punkt des Films steht ihre Bezie­hung: Ein dop­pel­tes Selbst­por­trät, in dem die Matri­ar­chin und ihr Fil­me machen­der, schwu­ler Enkel sich ein­an­der anver­trau­en. Das üppi­ge Fami­li­en­ar­chiv stellt nicht nur das Mate­ri­al einer (fas­zi­nie­ren­den) Fami­li­en­sa­ga, son­dern bil­det vor allem das Mit­tel für eine neue Form des Dia­logs zwi­schen dem Fil­me­ma­cher und sich selbst, mit sei­ner Gross­mutter und mit der bür­ger­li­chen Gesell­schaft, in der er auf­ge­wach­sen ist. Aus die­sen Bil­dern und Kon­fron­ta­tio­nen schöpft der Film sei­ne sub­ver­si­ve Kraft, indem er die Geschlech­terkli­schees, die jeden in einer Rol­le gefan­gen hal­ten, mit einer not­wen­di­gen Auf­rich­tig­keit dekon­stru­iert. Ange­fan­gen bei den von Sté­pha­ne als Kind gedreh­ten Super-8-Kurz­fil­men, deren zen­tra­les The­ma die Hul­di­gung des Männ­lich­keits­wahn war, bis hin zu die­sem Film bie­tet er uns die Mög­lich­keit, den Wer­de­gang eines Man­nes zu ver­fol­gen, der es wie einst auch sei­ne Ahnin ver­stand, sich aus den Fes­seln einer patri­ar­cha­li­schen Gesell­schaft zu befrei­en.
Céli­ne Gué­not

Credits:

CH 2019, 93 Min., frz. OmU
Regie, Buch & Kame­ra: Sté­pha­ne Riet­hau­ser
Schnitt: Nata­li Bar­rey

Ter­mi­ne:
Do., 12. Dez.:

Fr., 13. Dez.:Sa., 14. Dez.:So., 15. Dez.:Mo., 16. Dez.:Di., 17. Dez.:Mi., 18. Dez.: