Gundermann Revier

Ein Film von Grit Lem­ke.

[Credits] [Ter­mi­ne] [Trai­ler]

Mei­ne Schau­kel steht in einem ver­wun­sche­nen Gar­ten, gleich hin­ter dem Bahn­damm. Wenn ich beim Schau­keln ganz oben bin, sehe ich die Züge, die Tag und Nacht quiet­schen und schwar­zen Staub hin­ter­las­sen. Sie kom­men aus den rie­si­gen Löchern, die zwi­schen unse­ren Dör­fern klaf­fen. Als Kind den­ke ich, die gan­ze Welt sieht so aus. Löcher mit Dör­fern dazwi­schen, in der Mit­te mei­ne Schau­kel. Und die Züge. Es sind Koh­le­zü­ge.“

Ger­hard Gun­der­mann (1955–1998), Lie­der­ma­cher, Poet und Bag­ger­fah­rer im Braun­koh­le­ta­ge­bau in der Lau­sitz. In die­ser Regi­on ver­dich­ten sich glo­ba­le Pro­blem­stel­lun­gen auf loka­ler Ebe­ne wie in einem Brenn­glas – vom Struk­tur­wan­del bis hin zur Kli­ma­kri­se. Größ­ten­teils unver­öf­fent­lich­te Archiv­auf­nah­men und Gun­der­manns Lie­der gehen dabei einen Dia­log ein mit Beob­ach­tun­gen und Gesprä­chen in des­sen „Revier“, beglei­tet von der Voice-Over-Stim­me der Regis­seu­rin, die nicht min­der im Koh­le­ge­biet ver­wur­zelt ist. Hei­mat und deren Zer­stö­rung durch den Tage­bau, uto­pi­sche Gedan­ken und die Fra­ge nach der indi­vi­du­el­len Ver­ant­wor­tung durch­zie­hen die Songs eben­so wie die Fol­gen für Erwerbs­ar­beit und Umwelt am Ende des Indus­trie­zeit­al­ters. Und sie sind heu­te aktu­el­ler denn je: „Wo mei­ne Schau­kel stand und spä­ter dein Bag­ger, ist jetzt ein See.“

Fre­de­rik Lang

Credits:

DE 2019, 98 Min.
Regie: Grit Lem­ke
Kame­ra: Uwe Mann
Schnitt: Sven Kulik

Ter­mi­ne:

Sa., 14. Dez.:So., 15. Dez.: