Dok-Termin: NICHTS NEUES

DE AT 2021 81 Min. OmU Berlinpremiere

Regie, Kamera: Lennart Hüper Schnitt: Jana Libnik

zu Gast: Regisseur Lennart Hüper

Im Sommer 2018 wird das Seenot Rettungsschiff „Lifeline“ nach tage­lan­gen Versuchen mit über 200 geret­te­ten Geflüchteten an Bord in einem euro­päi­schen Hafen anle­gen zu kön­nen, in Malta fest­ge­setzt, ihr Kapitän Klaus-Peter Reisch vor­rüber­ge­hen ver­haf­tet. Der Vorwurf lau­tet, das Schiff sei nicht ord­nungs­ge­mäß regis­triert. Reisch, der auf Kaution frei­kommt, sieht dar­in nichts als einen wei­te­ren büro­kra­ti­schen Akt, Seenotrettungsinitiativen im Mittelmeer grund­sätz­lich zu ver­un­mög­li­chen. Das Verfahren geht schlep­pend vor­an, wäh­rend des­sen küm­mert sich eine rudi­men­tä­re Crew um das Schiff, dass den Hafen nicht ver­las­sen darf. Putzpläne auf­stel­len, Wäsche waschen, kochen, ein biss­chen Musik machen zwi­schen­durch. In die nüch­ter­ne Beobachtung von Stillstand und lang­sa­mer Zermürbung mischt sich ein unheim­li­ches Stakkato von Hilferufen in Not gera­te­ner Flüchtlingsbooten im Schiffsfunk. In den Zwischenräumen ent­steht ein Bild, das die uner­bitt­li­che Realität des euro­päi­schen Grenzregimes hin­ter der büro­kra­ti­schen Kulisse all­zu deut­lich wer­den lässt.

22. August fsk Kino 18:00
+ 23. August Sputnik Kino 18:30