Dok-Termin #16 – Uncomfortably Comfortable

US/AT 2021, 72 Min., engl. OmU, Regie, Kamera, Schnitt: Maria Petschnig

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Bilder eines Lebens an den Ränder, aus der digi­ta­len Halbdistanz: Marc lebt in sei­nem Auto, auf den Straßen von Brooklyn, er wäscht sei­ne Kleidung in der Münzwäscherei und sich selbst im Fitnesscenter. Zu den Beobachtungen der Kamera fügen sich aus dem Off sei­ne Selbstschilderungen: Reflexionen, Gedichte – die er im Auto auch nie­der­schreibt – Prosaminiaturen. Seine Situation beschreibt er als selbst­be­stimmt, ohne die Umstände außer Acht zu las­sen, die den Hintergrund sei­ner Entscheidungen prä­gen: Kindheitstraumata und ein lan­ger Gefängnisaufenthalt, das Leben in einer ras­sis­tisch gepräg­ten Gesellschaft. Zur Sprache kom­men auch die kon­trä­ren Erfahrungshorizonte von Porträtierender und Porträtiertem und die Übereinkünfte die die bei­den für ihre Zusammenarbeit tref­fen: Maria Petschnig auf der einen Seite: eine wei­ße Künstlerin mit Wohnung in New York, und Marc auf der ande­ren: ein afro-ame­ri­ka­ni­scher Mann ohne fes­ten Wohnsitz. So wird der Film zu einer refle­xi­ven, um Augenhöhe bemüh­ten Studie dar­über, was Innen und Außen und das Navigieren der dar­in impli­zier­ten Grenzen in unse­rer Gegenwart bedeuten.