Bis dann, mein Sohn (OmU)

Ein Film von Wang Xiaos­huai.

[Credits] [Ter­mi­ne] [Trai­ler]

Wir war­ten dar­auf, alt zu wer­den.“ Ein bit­te­rer Satz, der die Lebens­wahr­heit von Yao­jun und sei­ner Frau Liyun in knap­pen Wor­ten zusam­men­fasst. Einst waren sie eine glück­li­che Fami­lie, bis ihr Sohn beim Spie­len am Rück­hal­te­be­cken eines Stau­damms ertrank. Yao­jun und Liyun ver­las­sen die Hei­mat, tau­chen in die gro­ße Stadt ein, wo sie nie­mand kennt und sie nicht ein­mal den Dia­lekt der Ein­woh­ner ver­ste­hen. Auch Adop­tiv­sohn Liu Xing bringt nicht den erhoff­ten Trost. Trot­zig ver­wei­gert er sich den „frem­den“ Eltern und ver­schwin­det eines Tages ganz. Immer wie­der wer­den die Ehe­leu­te von ihren Erin­ner­ung­en ein­ge­holt und keh­ren schließ­lich an den Ort der ver­lo­re­nen Hoff­nun­gen zurück.
Das Fami­li­en­dra­ma umschließt drei Jahr­zehn­te chi­ne­si­scher Geschich­te. Pri­va­tes und Poli­ti­sches ver­schmel­zen, das Indi­vi­du­um gerät ins Getrie­be einer Gesell­schaft im per­ma­nen­ten Wan­del. So führt der Film vom Auf­bruch nach der Kul­tur­re­vo­lu­ti­on in den 1980er-Jah­ren bis in den pro­spe­rie­ren­den Tur­bo­ka­pi­ta­lis­mus der Gegen­wart und ist dabei Zeit­kri­tik und Melo­dram zugleich. In gro­ßen Tableaus macht er die tie­fen Nar­ben unter der Ober­flä­che einer schein­bar bruch­lo­sen Erfolgs­sto­ry sicht­bar.

 
Credits:

Di jiu tian chang
Chi­na 2019, 185 Min., chin. OmU
Regie: Wang Xiaos­huai
Kame­ra: Kim Hyun-seok
Schnitt: Lee Cha­ta­me­ti­kool
mit: Wang Jing­chun, Yong Mei, Qi Xi, Wang Juan, Du Jiang

Ter­mi­ne:

Sa., 16. Nov.:So., 17. Nov.:Sa., 23. Nov.:So., 24. Nov.: