Becoming Black – mit Gast

Ein Film von Ines John­son-Spain. Ab 26.  im fsk. Am 27.9. mit anschlie­ßen­dem Film­ge­spräch.

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»In einem Land, in dem jede Abwei­chung von der Norm als exis­ten­zi­el­le Bedro­hung ange­se­hen wur­de, muss die Geburt eines schwar­zen Kin­des ein Poli­ti­kum gewe­sen sein.« Ines John­son-Spain

Anfang der 60er Jah­re in der DDR: Sig­rid aus Leip­zig ver­liebt sich in Luci­en, einen Stu­den­ten aus Togo, und wird schwan­ger. Doch sie ist bereits mit Armin ver­hei­ra­tet, mit dem sie einen Sohn hat. Ihre dun­kel-häu­ti­ge Toch­ter lässt das Ehe­paar in dem Glau­ben, dass ihre Haut­far­be Zufall sei und kei­ne Bedeu­tung habe, bis sie als Teen­ager durch einen Zufall die Wahr­heit ent­deckt. Jahr­zehn­te spä­ter, lan­ge nach­dem sie die Fami­lie ihres leib­li­chen Vaters in Togo ken­nen­ge­lernt hat, rekon­stru­iert sie als Prot­ago­nis­tin und Autorin ihre Fami­li­en­ge­schich­te in einem Film. In emo­tio­na­len und offen geführ­ten Gesprä­chen mit ihrem Stief­va­ter Armin wird die Atmo­sphä­re des Schwei­gens und der Ver­drän­gung ein­drück­lich spür­bar. Lang­sam wird klar, wie das sozia­le Umfeld gestrickt sein muss, um eine der­ma­ßen gra­vie­ren­de Ver­leug­nung von Fak­ten mög­lich zu machen.Auch hier ist das Pri­va­te poli­tisch. In Aus­ein­an­der­set­zung mit der eige­nen Iden­ti­tät geht Ines John­son-Spain dem alles über­schat­ten­den Tabu ihrer Kind­heit auf die Spur und legt zeit­gleich exem­pla­risch den struk­tu­rel­len Ras­sis­mus in der DDR offen. In Ver­bin­dung mit dem berüh­ren­den Tref­fen mit ihrer spät gefun­den togo­le­si­schen Fami­lie wird der Film zu einer Refle­xi­on über Iden­ti­tät, Fami­li­en­kon­zep­te und sozia­le Nor­men. Von den 1960er Jah­ren in Ost-Ber­lin bis in die Gegen­wart ent­fal­tet sich in die­sem inti­men, berüh­ren­den Selbst­por­trät eine klu­ge und bis­her un-geschrie­be­ne deut­sche His­to­rie.

 
Credits:

DE 2019, 91 Min.,
Buch & Regie: Ines John­son-Spain
Kame­ra: Sebas­ti­an Win­kels, Anne Mis­sel­witz
Schnitt: Yana Höh­ner­bach

 
Trai­ler: